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Call for Papers

II. Forum Kunst der Neuzeit:
Codierungen. Phänomene der Umwertung von Kunst

Das zweite „Forum Kunst der Neuzeit“ des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft e.V. ist dem Phänomen der Überschreibung, Neubewertung oder Umwertung in der deutschen Kunst von der Frühen Neuzeit bis zum ersten Drittel des 19. Jh.s gewidmet. Nach der Auswahl der Sektionsthemen wird jetzt um Zusendung von Vorschlägen für einzelne Beiträge innerhalb dieser Sektionen (Vortrag à 20 Minuten, Exposé: max. 1 Seite) gebeten bis spätestens 20.11.2017.

Tagungsthema:
In welchen Bereichen frühneuzeitlicher deutscher Kunst kommt es zu Umwidmungen und Umwertungen? Das Konzept der Codierung soll erstmals grundlegend anhand kunsthistorischer Problemfelder definiert und diskutiert werden. Ausgehend von der soziologischen, semiotischen und medienwissenschaftlichen Definition ist zu konstatieren, dass Kunstwerke, ob Gemälde, Medaille, Radierung, in den meisten Fällen eine Codierung, Decodierung oder Umnutzung erfahren, durch neue Besitzer, einen veränderten räumlichen Kontext (Museum, Kupferstichkabinett, Bibliothek, Archiv), aber auch durch bauliche Veränderungen. Bereits bei der kunsthistorischen „Dokumentation“, bei der Fotografie, findet eine Codierung statt. In welchen Kontexten ist Codierung von Farbe zu konstatieren, welche Artefakte wurden einer Codierung von Nationalität/Ethnie/Geschlecht unterworfen? Wie funktionieren Überschreibungen/Neucodierungen im Bereich der Kunsttheorie oder der Künstlerbiographik?
Welche Schulen haben innerhalb der Fach- und Wissenschaftsgeschichte spezifische Codierungen geprägt, gefestigt, revidiert? Welchen Anteil daran hat die spezifische Situation territorialer Zersplitterungen, konfessioneller Konflikte, des Verhältnisses von Peripherie und Zentrum im Alten Reich? Die Praxis, die Kunstwerke einer Epoche unter einem einzigen Begriff wie ‚Deutsche Reformationskunst’ oder ‚Deutsche Aufklärungskunst’ subsumiert, impliziert auch eine Codierung der Medien, die erst in der Zukunft – im Rückblick – erfolgen kann. Lassen sich Codes für die Jahrhunderte der Neuzeit für das Alte Reich und im Vergleich hierzu Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezogen auf Nachbarländer oder die sogenannte Neue Welt ausmachen? Auch aktuelle Positionen im Bereich der Sammlungsgeschichte und Provenienzforschung wie auch der Wissenschaftsgeschichte im Hinblick auf Codierung und Umwertung sollen innerhalb der Tagung verhandelt werden.

Der Tagungsort, das Hauptgebäude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, ist selbst ein prominenter Ort der Umcodierung: Ab 1567 im Auftrag des Kölner Erzbischofs und Kurfürsten Salentin von Isenburg innerhalb von zehn Jahren erbaut und nach Bränden und Wiederaufbauten bis 1794 kurfürstliche Residenz, wurde es 1818 vom preußischen König der neugegründeten Universität zugewiesen. Das Jubiläum 2018 lässt die lange Tradition der Bonner Institutsgeschichte in Hinblick auf das Tagungsthema in den Blick nehmen – hier beispielhaft auf dem Gebiet der Denkmalpflege, oder bezogen auf die Schausammlung der Abgüsse nach Skulpturen von der Spätantike bis ins 19. Jh.
Neben ausgewiesenen Fachwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern soll ausdrücklich auch der wissenschaftliche Nachwuchs einbezogen werden. Geplant sind Panels unterschiedlicher Formate, Plenarvorträge sowie ein Nachwuchsforum, in welchem akademische Abschlussarbeiten vorgestellt werden können. Der Deutsche Verein für Kunstwissenschaft e.V. (DVfK) ist eine traditionsreiche Vereinigung von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern sowie Kunstinteressierten zur Förderung der Erforschung und Publikation von Kunstdenkmälern im deutschsprachigen Raum. Neben den mittlerweile über 300 Publikationen, die der Verein seit über einem Jahrhundert veröffentlicht hat, veranstaltet er seit einigen Jahren auch internationale Tagungen („Foren“) zur Kunst des Mittelalters und der Neuzeit.

Organisation:
Wolfgang Augustyn (Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München)
Dorothea Diemer (Universität Augsburg)
Birgit Ulrike Münch (Universität Bonn)
Andreas Tacke (Universität Trier)
in Verbindung mit:
Roland Kanz (Universität Bonn)

Ihre Vorschläge für Vorträge (à 20 Minuten, Exposé: max. 1 Seite) richten Sie bitte
bis spätestens 20. November 2017 an die Geschäftsführung (D. Kemper):
Deutscher Verein für Kunstwissenschaft e.V. <dvfk@alice.de>